Vergeben? – (Un)möglich!

Als aber dieser Knecht hinausging, fand er einen Mitknecht, der war ihm 100 Denare schuldig; den ergriff er, würgte ihn und sprach: Bezahle mir, was du schuldig bist!

Matthäus 18,28

Eine traurige Begebenheit

Ein Mann, namens Samuel Holmes, der zu Frankfort in Amerika wegen Mordes im Zuchthaus eingekerkert lag, erhielt eines Tages Besuch von seinem alten Schulfreunde Lucien Young. Dieser hatte vor Jahren durch tapfere Rettung einiger Menschenleben die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen und als er sich nun an den Gouverneur Blackburn wandte, um seinem Schulfreund Begnadigung zu erwirken, da wurde ihm diese in Anbetracht seines Verdienstes gern gewährt. Der Gouverneur unterzeichnete die Begnadigungsurkunde. Mit dieser in der Tasche, eilte er Young ins Zuchthaus zu seinem Freunde. Doch ehe er ihm von seiner Begnadigung Mitteilung machte, fragte er ihn unter anderem auch, was er zu tun gedächte, falls er begnadigt würde. „Was ich zu tun gedenke?“ war die hastige Antwort. „Ich würde nach Lancaster gehen und den Richter Owsley samt dem Mann umbringen, der wider mich gezeugt hat.“
Traurig, ohne ein weiteres Wort zu sagen, ging Young von dannen; draußen vor der Zellentür zerriss er die Begnadigungsurkunde in Stücke. Weil Holmes selber nicht vergeben wollte, konnte ihm keine Vergebung zuteil werden.

Quelle: CVM Materialsammlung 3.0

 

Bevor du das Urteil sprichst

In der Bibel finden wir eine ähnliche Begebenheit wie in der Geschichte. Sie ist in Matthäus 18 nachzulesen. Bevor wir jedoch über das Verhalten dieser Männer urteieln gilt uns persönlich die Frage: Und wie handlen wir, wie handelst du täglich? Wir sind so wir die Wiedergeburt erfahren haben Kinder Gottes, uns wurde die Schuld unseres alten Lebens vergeben und wir sind vor Gott gerechtfertigt. Das ist unglaublich gewaltig und befreit uns von der eigentlichen Strafe, der Verdammnis die wir sonst gerechterweise verdient hätten.

 

In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Übertretungen nach dem Reichtum seiner Gnade,

die er uns überströmend widerfahren ließ in aller Weisheit und Einsicht.

Epheser 1, 7-8

Begnadigt

Wir sind somit vor Gott begnadigte Sünder und dürfen in der täglichen Heiligung vor ihm leben, mit dem Ziel ihm immer ähnlicher zu werden und im Glauben zu wachsen.

Wie sieht es jedoch mit den Menschen aus die uns etwas schuldig sind, sei es finanziell oder zwischenmenschlich (böse Worte, Gerede, Verleumdung, körperliche Gewalt und weiteres). Sind wir bereit ihnen zu vergeben? Wie oft fällt uns das so schwer, aber dabei vergessen wir das uns doch viel mehr, ja alles vergeben wurde!

Habt acht auf euch selbst! Wenn aber dein Bruder gegen dich sündigt, so weise ihn zurecht; und wenn es ihn reut, so vergib ihm.

Und wenn er siebenmal am Tag gegen dich sündigte und siebenmal am Tag wieder zu dir käme und spräche: Es reut mich!, so sollst du ihm vergeben.

Lukas 17, 3-4

Wer vergibt lebt gesünder

– So sagt man es und es stimmt auch. Natürlich muss das Vergeben gerlernt werden und wird uns lange nicht immer leicht fallen, jedoch werden wir nur dann wirklich glücklich wenn wir jedem Menschen in unserem Umfeld frei und von Herzen vergeben. Denn das sollten wir niemals vergessen, uns ist noch viel mehr vergeben worden! Und dem nächsten auf immer böse zu sein bringt sowie mich als auch ihn nicht ein Stück weiter sondern kostet nur Zeit, Kraft und Nerven.

 

Bist du dir täglich bewusst was dir persönlich vergeben wurde? Ist dir die eigentliche Höhe DEINES persönlichen Schuldscheines bewusst? Handle in diesem Bewusstsein an deinem Nächsten!

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3 Comments on “Vergeben? – (Un)möglich!

  1. Uiiii, was für eine eindrückliche Geschichte! Wie leicht beharren wir Menschen doch in unserer Wut. Möge dies unser Herz nicht kalt lassen.

    • Ja so ist es wirklich – die Geschichte ist zwar extrem aber wir verhalten uns im kleinen sehr oft genauso. Deshalb müssen wir uns immer wieder neu bewusst werden was für eine Schuld uns vergeben wurde und wie wir an unserem nächsten handeln. Gottes Segen wünsche ich Ihnen!

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